Vor dem Herrenhaus
Lions und Cromford-Freunde laden zum Sommer-Park-Musik-Festival ein
Morgens Jazz, mittags Pop
Ratingen. Sechs Stunden gute Musik in wunderschöner Umgebung bei strahlendem Sonnenschein – was will man mehr verlangen für einen gelungenen Sonntag? Wobei: Die Musik und das Ambiente kann man schon ziemlich zuverlässig versprechen, wenn die Freunde und Förderer des Industriemuseums Cromford und der Lions-Club zu ihrem dritten gemeinsamen „Sommer-Park-Musik-Festival“ einladen. Bloß das mit dem Wetter – da können auch die beiden Vereinsvorsitzenden Wolfgang Küppers und André Tünkers nur das Beste hoffen. Sicher ist wiederum, dass am 30. August um 11 Uhr Peter Baumgärtner mit seinen Jazzfriends vor dem Herrenhaus zur Matinee aufspielen und dass sich ab 13.30 Uhr sieben Ratinger Nachwuchsbands bzw. Einzelmusiker einen Bühnenwettbewerb um attraktive Preise liefern. Und drumherum gibt’s alles, was zu einem schönen Fest gehört.


Es ist sehr wahrscheinlich, dass es so kommt – Wetter hin, Wetter her. Im letzten Jahr waren Unwetter angesagt, an etlichen Stellen in Ratingen musste sogar die Feuerwehr Keller leer pumpen, trotzdem zählten die Veranstalter rund 1 500 Besucher über den Tag. „Dieser Ort hat eine besondere Atmosphäre“, sagt die Museumsleiterin Claudia Gottfried. „Die Leute schauen nicht nur gern vorbei, sie bleiben auch lange.“

Das wissen auch die beiden veranstaltenden Vereine. Der Museumsförderverein sowieso, denn der veranstaltet seit etlichen Jahren schöne Freiluftveranstaltungen rund ums Herrenhaus, beispielsweise die Jazzmatinee mit Peter Baumgärtner seit 2008. Zu dieser Gelegenheit trommelte der umtriebige Schlagzeuger und Eventmanager ein paar seiner vielen „Jazz Friends“ zusammen – und schon stand ein ziemlich cooler Musikvormittag, den viele Ratinger Jahr für Jahr gern besuchten. Diesmal bringt Baumgärtner unter anderem die großartige Sängerin Johanna Schneider mit. Um 11 geht’s los am Sonntag.

Vor zwei Jahren dann hatten die Ratinger Lions eine Idee, wie man das kleine, aber feine Musikevent sinnvoll ergänzen könnte: mit einem Wettbewerb für junge Bands aus der Region. So konnte nicht nur der Musikgenuss auf sechs Stunden ausgedehnt, sondern auch die stilistische Bandbreite enorm verbreitert werden. So rechnet Wolfgang Küppers für den Nachmittag fest mit einem jüngeren Publikum, wenn auch auf der Bühne der musikalische Nachwuchs aufspielt.

Es sind Musiker (Bands und Einzelinterpreten) hauptsächlich aus Ratingen, sie sich zuvor mit Demoaufnahmen beworben hatten. Sieben Acts à 20 Minuten gibt es zwischen 13.45 und 17 Uhr, bevor die Jury ihre Preise vergibt. Zu gewinnen gibt es eine professionelle Studioaufnahme, Lautsprecher, Geld von der Sparkasse oder Sachpreise von Esprit – Gewinne im Gesamtwert von 5 000 Euro hätten die Sponsoren bereitgestellt, berichtet Lions-Präsident André Tünkers.

Den Anfang des Auftrittsreigens machen „Grounded“, deren Stil durch „eingängige Gitarrenriffs, aggressive Drums und melodiös-grooviges Bassspiel“ geprägt ist, wie es in der Ankündigung heißt. Leiser wird es dann beim Duo „Liberty“: aktuelle Charthits, mit Akustikgitarre und starker Stimme interpretiert. Unverkabelt spielen auch die beiden „Poor Boys“, sie haben sich aber dem Folk verschrieben. Ein sehr spezielles Repertoire hat der Singer/Songwriter Branko Jurisa: Er covert hauptsächlich Songs von Conor Oberst. Rock von „Neighbour’s Despair“ folgt gegen 15.40 Uhr, bevor der Singer/Songwriter Alexander Seidl das Publikum und die Jury mit eigenen Klängen und tiefsinnigen Texten zu überzeugen versuchen wird. Zum Abschluss spielen „Friday and the Fool“, die mit ihren fröhlichen, bunt gemixten Popsongs zuletzt für Furore gesorgt haben.

Das Ausharren lohnt sich also, und wenn einem zwischendurch die Musik nicht so zusagt – kein Problem: Das Museum ist natürlich geöffnet und bietet Interessantes zur Ratinger Industriegeschichte. Passend zum Ambiente wird das Museumsteam auch historische Spiele für Kinder vorbereiten. Hunger muss natürlich auch niemand leiden. Die Lions verkaufen Speis und Trank und hoffen auf möglichst hohe Erlöse. Denn alles, was beim Verkauf und durch Spenden zusammenkommt, fließt ungefiltert in soziale Projekte für die Jugend in Ratingen. „Im letzten Jahr konnten wir rund 6 000 Euro einsammeln“, sagte André Tünkers.

Man kann aber nicht nur durch Essen-Kaufen Gutes tun an diesem Sonntag. Während der gesamten Veranstaltung sammelt der Lions-Club alle Arten von Spielzeug für Flüchtlingskinder in Ratingen. Einfach mitbringen und abgeben! es





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