Verkehrsbehinderungen durch Baustelleneinrichtung im Kreuz Ratingen-Ost
Von der A44 kommt man ein Jahr lang nicht auf die A3 Richtung Oberhausen
Autobahnbrücke wird gebaut
Ratingen. Autofahrer werden im Autobahnkreuz Ratingen-Ost etwa ein Jahr lang nicht von der A44 auf die A3 in Richtung Oberhausen wechseln können. Grund ist der Bau einer neuen, „richtigen“ Autobahnbrücke im Zuge der A44 über die A3. Die Baustelle hat auch Auswirkungen auf den Verkehr auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen, der bis Ende dieses Jahres auf verengten Fahrstreifen geführt wird. Die Baustelle wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (18./19. August) eingerichtet. In dieser Nacht steht auf der A3 in Richtung Norden nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Baumaßnahme ist Teil des A44-Neubaus zwischen Ratingen und Heiligenhaus/Velbert. Dass sie jetzt durchgeführt wird, muss jedoch keineswegs bedeuten, dass es danach zügig weitergeht mit dem Lückenschluss.

Bekanntlich wird bei diesem mehr als 200 Millionen Euro schweren Großprojekt mit zwei Geschwindigkeiten gearbeitet. Auf dem östlichen Teilstück zwischen Velbert und Heiligenhaus-Hofermühle geht es flott voran. Bauleiter Olaf Wüllner vom Landesbetrieb Straßen NRW ist zuversichtlich, dass dort noch im Jahr 2017 die ersten Autos über den Asphalt rollen werden. An der Ratinger Straße müssen sich die Autofahrer dann aber vorläufig entscheiden, ob sie über Homberg oder über Hösel weiterfahren, weil das östliche Teilstück über die Anger bis zum Autobahnkreuz Ratingen-Ost noch im Genehmigungsverfahren steckt.

Die jetzt begonnene Brücke über die A3 ist zwar ein erster Bauabschnitt, aber ein genehmigungstechnisch unproblematischer. Er wird nur deshalb vorgezogen, weil er noch – ebenso wie das Teilstück Velbert-Heiligenhaus – von Straßen NRW gebaut wird. Den Rest des westlichen Bauabschnitts hat die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) vor ein paar Monaten übernommen. Die DEGES wurde 1991 gegründet und sollte damals zügig Planung und Bau neuer Autobahnen in den neuen Bundesländern realisieren. Seit 2014 ist auch das Land NRW Gesellschafter und hat einige Aufträge an die DEGES vergeben.

Dieser Abschnitt ist wegen eines Entwässerungsproblems in Verzug geraten. Da die Trasse durch Wasserschutzzonen führt, müssen zum einen hohe Auflagen wie Folienabdichtungen und ein drei Meter hoher Spritzschutz erfüllt werden. Zum anderen muss gewährleistet sein, dass auch bei Wolkenbrüchen kein Wasser von der Autobahn ins Grüne gelangen kann. Uneinigkeit herrschte jedoch lange darüber, wie die Entwässerung dimensioniert sein muss – sowohl beim Ableiten als auch beim Sammeln der Niederschläge. Ein Streitpunkt war dabei die Größe des Regenrückhaltebeckens und die Frage, wie viel Wasser in die Anger geleitet werden kann, ohne dass es im weiteren Bachlauf zu Überschwemmungen kommt. Dort liegt nämlich unter anderem die Stadt Ratingen, wo man eine zunehmende Hochwassergefahr an der Anger befürchtet hatte. Daher hat die Stadt die Festlegung bestimmter Wasserhöchstmengen erstritten. Ein anderer Knackpunkt ist die Größe der Ableitungsrohre.

Die Planung musste also ergänzt werden, die DEGES rechnet für Ende dieses Jahres mit dem Planfeststellungsbeschluss. Als Bauzeit veranschlagten die Vertreter des Straßenbaubetriebs im Stadtentwicklungsausschuss zwei bis zweieinhalb Jahre. Demnach könnte der Abschnitt bei optimalem Verlauf 2018 unter Verkehr gehen.
Das würde indes an ein Wunder grenzen. Bisher gab es noch bei jedem Schritt zum Autobahnbau erhebliche Verzögerungen. Es wird sich zum Beispiel die Frage stellen, ob der neue Planfeststellungsbeschluss nicht auch beklagt wird. Bis der Fall durch alle Instanzen wäre, würden weitere Monate, wenn nicht Jahre ins Land gehen.

Darüber hinaus ist der Westabschnitt auch bautechnisch eine Herausforderung. So ist die Angerbachbrücke mit 388 Metern die längste aller zwölf Brücken des A 44-Lückenschlusses. Sie wird zudem in 30 Metern Höhe über das Tal geführt. Immerhin: Die Brücke über die A 3, auch durchaus anspruchsvoll, wird ja jetzt tatsächlich gebaut.
Während der Bauzeit muss der Verkehr in Richtung Oberhausen über die A44 und A52 bis zum Autobahnkreuz Breitscheid umgeleitet. Die Umleitungen werden ausgeschildert, die Autofahrer in den Anschlussstellen Ratingen–Ost und Schwarzbach bzw. im Autobahnkreuz Düsseldorf–Nord auf die Sperrung hingewiesen. es




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