Spannender Vortrag beim Kulturkreis Hösel
Moderne Kunst im Dom?
Hösel. Das „Richter-Fenster“ im Südquerhaus des Kölner Doms wurde vor seinem Einbau 2007 jahrelang kontrovers diskutiert, heute ist das Kunstwerk ein vielgerühmter Touristenmagnet. Die damalige Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner hält beim Kulturkreis Hösel am Mittwoch einen Vortrag zur Neuverglasung historischer Kirchen.

Es ist „Gottes ewige Baustelle“: Die Gerüste um den Kölner Dom gehören mittlerweile fest zum Bild des Wahrzeichens. Doch nicht immer geht es dabei nur darum zu restaurieren, und nicht immer sind die Projekte unumstritten. Am Einbau des neuen Fensters im Südquerhaus, das von Gerhard Richter ganz ohne biblische Figuren oder überhaupt klare Formen gestaltet wurde, schieden sich lange die Geister.

„Zeitgenössische Glasmalerei in alten Kirchen – Probleme und Lösungen“ lautet das Thema des Vortrags, den Prof. Dr. Barbara Schock-Werner am Mittwoch, 18. Juli, 19 Uhr im Haus Oberschlesien, Bahnhofstraße 71, hält. Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene und wird Jugendlichen erlassen. Anhand charakteristischer Beispiele wie dem des Richter-Fensters will die Referentin dem Publikum die Entwicklung und die Schwierigkeiten solcher Aufgaben näherbringen.

Das Fachwissen dazu hat sie allemal: Durch ihre Dissertation über gotische Architektur und ihre Professur der Kunst- und Architekturgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg ist sie mit der akademischen Seite der Thematik äußerst vertraut. Darüber hinaus verfügt sie über einzigartige praktische Erfahrung, war sie doch diejenige, die während ihrer 13-jährigen Tätigkeit als Dombaumeisterin in Köln Richter dazu anregte, die Neugestaltung des Domfensters vorzunehmen. Schließlich setzte sie den Einbau gegen alle Widerstände durch. Heute ist das Fenster nicht mehr wegzudenken aus der Domstadt, zu der Schock-Werner eine kritisch-ironische, dabei aber immer liebevolle Beziehung pflegt.


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