Nachwuchsförderung
Ratingen 04/19 und Fortuna Düsseldorf haben Kooperation vereinbart
Partnerverein mit Aufstiegschancen
Ratingen. „Das ist ein Quantensprung für unseren Verein“, sagte Jens Sieghorst, der Vorsitzende des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19, im Jahre 2012 bei der Eröffnung das Sportparks Keramg. Er zielte besonders auf die Jugendarbeit ab, für die auf der Anlage ganz neue Möglichkeiten geschaffen wurden. Stieghorsts Aussage hat sich bestätigt, und die Nachwuchs-Förderung des Vereins hat jetzt dank des unübersehbaren Aufschwungs einen Ritterschlag erhalten: Seit letztem Samstag ist Ratingen 04/19 offizieller Partnerverein des (Noch-)Zweitligisten Fortuna Düsseldorf.

Fließtext
560 Kinder und Jugendliche kicken beim RSV, sie bilden 26 Teams, die am Ligabetrieb teilnehmen. 26 Trainer kümmern sich um den Fußball-Nachwuchs. Damit hat Ratingen 04/19 eine Jugendabteilung, die doppelt so groß ist wie vor der Inbetriebnahme des Sportparks Keramag. Inzwischen stößt man schon an die Kapazitätsgrenzen der Anlage. Was den Verein für Fortuna Düsseldorf interessant macht, ist aber nicht die bloße Quantität an Spielern, sondern auch die Qualität der Trainingsarbeit: Viele RSV-Teams spielen in ihren Ligen eine gute Rolle, so auch die U 19, die in der A-Junioren-Niederrheinliga derzeit auf dem fünften Platz rangiert.
Das Bündnis mit Fortuna Düsseldorf wurde am Samstag im Bistro des Sportparks Keramag besiegelt. Mit Schild und Wimpel ausgestattet waren Felix Braunegger, der Scouting-Koordinator des Zweitligisten, und Michael Brechter, ehrenamtlicher Jugendleiter, aus der Landeshaupstadt angereist. Micheal Schneider, der 2. Vorsitzende von Ratingen 04/19, und Martin Hasenpflug, der sportliche Leiter der Jugendabteilung und Coach der U 19, standen an der Spitze der „RSV-Delegation“, die an diesem Termin teilnahm.

Alle waren sich klar darüber: Dass der Nachbar aus Düsseldorf immer schon bei den Nachbarvereinen nach Talenten Ausschau gehalten hat, versteht sich von selbst. Diese Partnerschaft wird nun aber in offizelle Bahnen gelenkt und soll auch nicht einseitig sein: Die Fortunen werden bei entsprechendem Talent Spieler aus Ratingen holen, aber auch welche an den RSV vermitteln, wenn diese sich in Düsseldorf (vorerst) nicht durchsetzen konnten, für den Ratinger Verein aber eine Verstärkungen darstellen. Keine Frage also, dass man am Samstag im Sportpark Keramag nur strahlende Gesicht sah.

Auch bei Fortuna Düsseldorf steht ein Quantensprung bevor, wenn es um die Talenförderung geht: Am Flinger Broich wird gerade ein Nachwuchsleistungszentrum gebaut, das allen Anforderungen an eine solche Einrichtung gerecht wird. Unlängst war Grungsteinlegung und auch Michael Schneider und Martin Hasenpflig nahmen an der Zeremonie teil. Dabei wurden die letzten Details der Partnerschaft mit der Fortuna festgelegt. Der Zweitligist hat übrigens mit dem SV Straelen, dem SC Velbert und dem VfB 03 Hilden bereits drei Partnervereine in der Region.

Dabei gibt es eine klare Aufgabenverteilung: „Wir sind ein Breitensportverein und haben auch eine soziale Aufgabe, beispielsweise bei der Integration von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Nationen“, betonteRSV-Vorstandsmitglied André Schulz am Samstag. Bei der Fortuna hingegen geht es um Leistungssport: Wer von Ratingen 04/19 zum Flinger Broich wechselt, den erwarten unter anderem eine deutlich höhere Traningsintensität und weite Fahrten zu den Auswärtsspielen.

Der Fortuna-Nachwuchs umfasst 200 Spieler – also deutlich weniger, als das in Ratingen der Fall ist. Es ist eben eine Auslese der Besten aus der Region. Was aber für beide Vereine gilt: Bei den Kindern und Jugendlichen wird penibel darauf geachtet, dass die Leistungen in der Schule mindestens ebenso okay sind wie das Engagement im Training – nur ganz wenige von ihnen werden es bis zum Profi schaffen und selbst für diese ist es wichtig, einen ordentlichen Schulabschluss in der Tasche zu haben.

Und was für Ratingen 04/19 an der neuen Situation ebenfalls sehr reizvoll sein dürfte: Bald schon könnte die Partnerschaft mit dem Zweitligisten durch den Aufstieg der Fortuna zu einem Bündnis mit einem Erstligisten werden. Das wertet die Kooperation noch einmal zusätzlich auf.
mp



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